Keine Pleiten und keine Predigten. Auch keine Kredite und keine Kirche - all das brauchen die Winzer am Untermain nicht. Anders als die Kolleginnen und Kollegen in der Traditions-Genossenschaft Winzer von Baden eG, die Medienberichten zufolge Anfang Juli ob des rückläufigen Konsums, steigender Kosten und des Preisdrucks Insolvenz angemeldet haben. Und auch anders als im Anbaugebiet Rheinhessen, wo laut einem Bericht der Lebensmittel-Zeitung die evangelische Kirche eine Telefonseelsorge speziell für Winzer eingerichtet hat. Die Geistlichen dort melden sogar Anzeichen für eine erhöhte Suizidrate unter Winzern. Am Untermain begegnen die Weinbauer der tiefen (Absatz)Krise indes eher zuversichtlich. Mit bittersüßem Beigeschmack: Das staubtrockene Weinjahr, das ihren Reben stark zusetzte, spielt ihnen eher in die Karten.