In den vergangenen beiden Wochen hat die gemeindliche Baumpflege befallene Eichenbäume entlang von Straßen und in Grünanlagen gegen den Eichenprozessionsspinner spritzen lassen. Bei der Behandlung der rund 150 Eichen im Gemeindegebiet kam das Biozid Mittel Foray ES (Bacillus thuringiensis) zum Einsatz.
Eigentlich stammt der Eichenprozessionsspinner aus wärmeren Gefilden. Inzwischen fühlt sich der Nachtfalter auch in Großostheim und Umgebung pudelwohl. Besonders von Mai bis September sind die Larven aktiv- und sorgen für Ärger. Gefährlich sind die Brennhaare der Raupen. Durch den Wind bleiben diese durch Widerhaken auf der Haut oder in der Kleidung hängen. Das Nesselgift in den Haaren kann zu starken Hautausschlägen, allergischen Schocks sowie zu Asthma-Anfällen führen. Auch für Haus- und Nutztiere bestehen Risiken. Durch heruntergefallende Nester des Eichenprozessionsspinners können sich z.B. Hunde schwere Verletzungen an Maul und Schnauze oder an den Mundschleimhäuten zuziehen.
Achtung Verwechslungsgefahr! „Gespinstmotte“ – kein Eichenprozessionsspinner
In vielen Pflanzung, Grünanlagen und Gärten sind derzeit seltsame Gespinste in Bäumen und an Sträuchern zu sehen. Es sieht fast so aus, als hätten viele Spinnen dort enge Netze in die Bäume gewebt. Oft werden die Gespinste auch mit dem Eichenprozessionsspinner verwechselt. Es sind aber keine Spinnen und auch nicht der Eichenprozessionsspinner, der sich in den Sträuchern ausbreitet, sondern die Raupen der Gespinstmotte. Sie sind ungefährlich für Mensch und Tier. Die befallenen Pflanzen erleiden häufig nur einen Zuwachsverlust, da sie nach kurzer Zeit wieder neu austreiben.
Die aus den Raupen entstehenden Falter legen ihre Eier in Bäumen und Sträuchern ab, die dort unter einer Schutzschicht überwintern. Im April bis Mai schlüpfen die Larven, sobald sich die Blätter entwickelt haben. Daraus entwickeln sich gefräßige gelbgrüne, ca. 20 mm lange Raupen mit schwarzen Punkten, die die Blätter bis auf das Gerippe kahlfressen. Aus den Gerippen bauen die Raupen eine Behausung, um sich zu verpuppen. Daraus schlüpfen wieder neue Falter. Das "große Fressen" endet mit der Verpuppung der Raupen. Wer so gut es geht verhindern möchte, dass es in seinem Garten im nächsten Jahr erneut zu einem Befall kommt, sollte die natürlichen Feinde der Gespinstmotten fördern und das sind vor allem unsere Gartenvögel. Ein Meisenpaar verfüttert zum Beispiel während der Aufzucht des Nachwuchses knapp 10.000 Raupen an seine Jungen und da sind dann bestimmt auch Raupen der Gespinstmotte dabei.