aus der Marktgemeinde

Neujahrsempfang 2026

Am Abend des 9. Januars 2026 begrüßte der Erste Bürgermeister Ralf Herbst zahlreiche Bürgerinnen und Bürger zum traditionellen Neujahrsempfang in der voll besetzten Bachgauhalle. 

 

In seiner Rede gab er einen Einblick in seine ersten zehn Monate im Amt und berichtete über abgeschlossene,  laufende und geplante Maßnahmen in der Marktgemeinde. Besonders wichtig ist dabei, dass die bereits begonnenen Bauvorhaben, etwa an der Mittelschule Großostheim oder den Kindergärten in Ringheim und Wenigumstadt, weiter voranschreiten. Mit der Sanierung des Bahnwegs in Pflaumheim und der Renatierung des Welzbaches sollen in diesem Jahr voraussichtlich weitere Maßnahmen zur Erhaltung und zum Ausbau der örtlichen Infrastruktur beginnen. Die Finanzierung der Projekte erfolgt durch einen Haushalt mit einem Volumen von voraussichtlich 80 Millionen Euro. Trotz allgemein steigender Ausgaben und Kosten werden die freiwilligen Leistungen des Marktes Großostheim auch in diesem Jahr wieder mit insgesamt 5,4 Millionen Euro berücksichtigt. 

 

Neben den baulichen Maßnahmen stehen 2026 auch einige besondere Ereignisse auf der Agenda:

  • So finden am 8. März bayernweit Kommunalwahlen statt. In Großostheim wird an diesem Tag ein neuer Marktgemeinderat sowie im Landkreis Aschaffenburg ein neuer Kreistag und Landrat gewählt. Der erste Bürgermeister appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und zur Stärkung der Demokratie an der Wahl teilzunehmen.

  • Am Wochenende des 17. bis 19. Juli findet mit dem Bachgaufest wieder eine überregional bekannte Veranstaltung mit einem abwechslungsreichen Programm für die ganze Familie auf dem Großostheimer Marktplatz statt. Unter Mitwirkung von 22 Vereinen finden aktuell Planungen zur Organisation und Programm statt.

  • Auch im Bereich der Städtepartnerschaften gibt es 2026 einiges zu feiern.
    • Seit 50 Jahren besteht eine Partnerschaft zwischen Großostheim und der französischen Gemeinde Carbon Blanc, die das Bestehen an Pfingesten mit einem Besuch in Großostheim gemeinsam begehen möchten.
    • Die seit 2001 bestehende Partnerschaft Großostheims mit dem griechischen "Antiken Olympia" jährt sich zum 25. Mal. Anlässlich des Jubiläums ist ebenfalls ein Besuch im September geplant.
    • Der Ortsteil Wenigumstadt blickt auf eine 20-jährige Verbindung mit der französischen Gemeinde Saulxures und der belgischen Komune Hamoir zurück. EIn Besuch ist voraussichtlich im kommenden Jahr vorgesehen.

 

Weitere Neujahrswünsche überbrachte Sebastian Goldhammer stellvertretend für den Vereinsring Pflaumheim in seinem Grußwort.  Weiterhin sprachen die kirchlichen Vertreter ihren Segen aus.

 

Ein weiterer Höhepunkt des Abends waren die gemeindlichem Ehrungen, die von den drei Bürgermeistern der Marktgemeinde vorgenommen wurden. So wurden Doris Nürnberger und Andrea Zahn für ihr jahrzehntelanges Engagement beim Bayerischen Roten Kreuz die kommunale Verdienstmedaille verliehen. Ebenfalls mit der kommunalen Verdienstmedaille wurde Alexander Klug von der HSG Bachgau ausgezeichnet.

Als letzte lebende Zeitzeugin der jüdischen Vergangenheit in Großostheim wurde Frau Ruth Halle, geborene Fuld als symbolische Geste der Verantwortung und des Gedenkens der Ehrenbrief des Markt Großostheim verliehen. Die mittlerweile 100-jährige Frau konnte 1941 mit ihrer Familie der nationalsozialistischen Verfolgung entkommen und wurde in Amerika sesshaft. Da Frau Halle leider nicht persönlich anwesend sein konnte, übermittelte sie ihre Dankesworte  per Videobotschaft.

 

Musikalisch begleitet wurde der Abend durch den Chor Songshine, der erste Inhalte seiner geplanten Jubiläumsshow im November präsentierte.

Nach dem offiziellen Programmteil bestand für die anwesenden Gäste bei Getränken und Gebäck die Möglichkeit, den Abend bei angenehmen und interessanten Gesprächen ausklingen zu lassen.

Impressionen des Neujahrsempfangs

Neujahrsemfpang_Ehrung
Neujahrsempfang 2026
Neujahrsempfang_Ehrung 1
Neujahrsempfang_Ehrung 2
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Neujahrsempfang_Ehrung 4
Neujahrsempfang_Ehrung 5
Neujahrsempfang_Präsentation
Neujahrsempfang_Songshine

Dankesworte Frau Ruth Halle

Guten Tag. Mein Name ist Ruth Halle, und ich danke Ihnen von Herzen für diese große Ehre. 

Ich wurde im Oktober 1925 als Ruth Fuld hier in Großostheim geboren und verbrachte den größten Teil meiner Kindheit in der Bachstraße 22, in einem Haus, das mein Vater Moses und mein Onkel Karl erbauten und das bis heute steht. 

Ich habe viele wunderbare Erinnerungen an meine Kindheit in Großostheim vor dem Krieg. 

1941 hatte ich das große Glück, gemeinsam mit meinen Eltern und meinen beiden Brüdern in die Vereinigten Staaten fliehen zu können. Dennoch habe ich geliebte Familienangehörige durch die Verfolgung der Nationalsozialisten verloren. Einige ihrer Namen sind heute auf dem Holocaust-Mahnmal im Alten Marktplatz verewigt. 

Neben der Dunkelheit jener Zeit erinnere ich mich auch daran, dass wir viele nichtjüdische Freunde und Nachbarn hatten, die stets freundlich zu uns waren. Einer unserer Nachbarn zeigte besonderen Mut, indem er unser Familiensilber für uns versteckte und es uns nach dem Ende des Krieges zurückgab. 

Im Jahr 1950 heiratete ich die Liebe meines Lebens, Henry Halle, und durfte eine wunderbare Familie gründen. Trotz aller erlittenen Tragödien blicke ich auf ein gutes Leben zurück. Ich habe viele Menschen geliebt und wurde von vielen Menschen geliebt. 

Ich danke Ihnen nochmals sehr herzlich für diese heutige Ehrung. 

*Der mutige Nachbar, der das Silber der Familie Fuld für sie versteckte, war Eduard Hock, der zu jener Zeit 
Bürgermeister von Großostheim war.