Schachschule

 Bei uns spielt Schach eine große Rolle...

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Schachsiegel für die Luzia-Grundschule 2022 zum dritten Mal verliehen

Schachschule sind wir doch schon, oder?“, wundern sich die Kinder in großen Abständen bei uns. 

 Ja, zuerst sind wir es nur von 2011-2015 gewesen, danach läuft die Auszeichnung nicht automatisch weiter. Man muss eine neue Bewerbung dafür schreiben und ausführlich von der Situation des Schachunterrichts an der Schule berichten. Dabei gilt es, hohen Anforderungen gerecht zu werden. Die Luzia-Grundschule in Pflaumheim erfüllt diese Auflagen aber hervorragend, so dass wir die erforderlichen 18 von 27 Punkten weit übertrafen. Unsere Bewerbung wurde mit 26 Punkten bewertet, das Schachsiegel wurde uns 2016 nochmals verliehen und 2022 bereits zum dritten Mal. 

 

Wie feiern wir unser Schachsiegel? .. ein Rückblick auf 2016: 

Alle Kinder waren aufgefordert, mit ihrem Schul-T-Shirt zu kommen. Das trägt ja unsere Auszeichnung auf dem Rücken. Außerdem waren die Kinder aufgefordert, ihre eigenen Schachbretter und –figuren von zu Hause mitzubringen. Das taten sie gerne! Wir hatten ungefähr 70 Bretter zur Verfügung und die wurden nach einer kleinen offiziellen Ansprache eine Stunde lang genutzt. Es hat wirklich allen Spaß gemacht und gezeigt, wie schön es ist, Schach zu lernen und zu spielen. Die Ehrengäste haben es genossen, von ausgewählten Kindern betreut zu werden und haben alle gerne mitgemacht. Wirklich jeder verabschiedete sich lächelnd und hat mir das bestätigt. Das war natürlich klasse! 

Zum Abschluss der Feierstunde 2016 erfreuten sich alle an köstlichen gebackenen Springer und Türmen, die die Bäckerei Kämmerer extra für uns ganz frisch aus Neujahrsbrezelteig gemacht hat. DAS WAR LECKER!

Die beiden tollen Preise, ein Römerschach und ein Glasschach gewannen Elija und Lukas. Wir wünschen viel Freude damit! Es war ein schönes Fest, das ganz und gar Schach in den Mittelpunkt stellte.

Warum spielen bei uns so viele Kinder Schach?

Wie entstand die Tradition?
Die meisten Eltern und externe Lehrer wundern sich über unser großes Angebot im Bereich Schulschach, das wir so stark forcieren. Herr Eduard Neuburger hat schon seit 1980 damit begonnen, mit seinen Klassen Schach zu spielen. Seit damals gab es immer eine Schach-AG. Es waren eher wenige Kinder, die aber äußerst gut gefördert wurden und sehr erfolgreich als Mannschaften auf den Turnieren im Schulschach spielten. 

Was ist der heutige Stand?
Im September 2009 begannen wir mit einem Neustart und stellten Schach als AG in den ersten Klassen und zweiten Klassen vor. Diese Kurse übernahm Frau Wilm.
Seit dem Schuljahr 2009/10 haben die AGs Schulschach also eine große Bedeutung erreicht. Seit über 15 Jahren gilt unverändert: Fast die Hälfte aller Schüler kommt zu einer Schach-AG und noch mehr Kinder unserer Schule kennen die Grundregeln. 

Was lernen die Kinder im Schach?
Die Kinder lernen eine Vielzahl von Regeln einzuhalten und diszipliniert zu spielen.
Sie lernen fair zu spielen.
Sie lernen würdig zu gewinnen oder zu verlieren.
Sie üben dabei immer, sich ausdauernd zu konzentrieren.
Sie lernen genau zu analysieren, bevor sie ziehen.
Sie lernen Pläne zu entwickeln.
Sie lernen Strategien und Taktiken gezielt einzusetzen.
Sie lernen viele kurze, einfache und besondere Spielformen, wie z.B. Springerfressen, Aufräumspiel, Bauernschach, Räuberschach, Tandem und Chess 960.

In Studien wurde bewiesen, dass Schach die logischen Fähigkeiten sehr stark trainiert, die man für mathematische Fächer benötigt. Dies ist sicher keine Überraschung. Erstaunlich ist aber, dass sich Schach sogar auf die Lesefähigkeit positiv auswirkt. Vermutlich hängt das damit zusammen, dass Schach die Blickspanne stark trainiert, also die Fähigkeit verschiedene Elemente zu erkennen, die räumlich voneinander getrennt liegen und diese in Beziehung zueinander zu setzen.
Schachtrainer bemerken, dass das Schachspiel die kognitive Entwicklung aller Schüler positiv beeinflusst. Gerade für die vermeintlich schwächeren Kinder ist es eine wunderbare, spielerische Förderung! Leidenschaftlich gerne spielen unserer Erfahrung nach oft die Kinder Schach, die kognitiv besonders leistungsstark sind. Sie lieben die Herausforderung durch dieses komplexe Spiel mit seinen taktischen Möglichkeiten! 


Wie kommt ihr Kind in eine Schach-AG?

Am Anfang jeden Schuljahres planen wir die AGs und fragen, wofür sich die Kinder interessieren.

In die erste Klasse kommen Frau Wilm oder Frau Müller. Als AG-Leiterinnen stellen sie allen Kindern das Spiel vor. Erst danach sind die Anmeldungen möglich.

Anmeldungen für die Schach-AGs sind genauso verbindlich wie alle anderen AG-Anmeldungen: Ihr Kind sollte das ganze Jahr zuverlässig erscheinen. Im Krankheitsfall kann es entschuldigt werden. Sollte es andere Anliegen geben, melden Sie sich bei der Lehrkraft, die die AG leitet. 

Jährliche Schachturniere an unserer Schule

Nikolausturnier im Dezember

...... und Sommerturnier im Juli 

 

Wir veranstalten jedes Jahr Anfang Dezember ein großes Schulturnier. 

Es gibt zwei Spielklassen: Einsteiger und Könner. 

Die Einsteiger sind die Kinder, die gerade angefangen haben zu spielen. Unsere Erstklässler spielen Bauernschach: 

Der König und 8 Bauern spielen gegen König und 8 Bauern. Kommt ein Bauer auf die Grundlinie des anderen Spielers, verwandelt er sich in einen Turm. Gewonnen hat der Spieler, der dem anderen zuerst alle seine Bauern wegschlägt. Es hört sich einfach an, ist aber taktisch anspruchsvoll. Der König muss seine Bauern schützen, er darf natürlich weder ins Schach ziehen noch darin stehen bleiben. 

Außerdem gelten die bekannten Schachregeln:

Berührt - Geführt ! 

Ungültige Züge müssen dem Schiedsrichter gemeldet werden und werden mit einem roten Stein geahndet. Bei drei roten Steinen ist das Spiel verloren. 

 

Die Könner 

Die Könner aus den Klassen 2, 3 und 4 spielen mit 15 Minuten Bedenkzeit 7 Runden Schach. Wir nutzen zur Turnierverwaltung SwissCHESS und gespielt wird im Schweizer System: Nach jeder Partie entscheidet der Computer über die nächste Paarung. Zugelost wird immer ein möglichst gleichstarker Gegner: Wer z.B. zwei Spiele gewonnen und zwei Spiele verloren hat, bekommt einen Gegner, der ebenfalls bisher zwei Spiele gewonnen und zwei verloren hat. 

Es gelten alle bekannten Schachregeln. 

 

Die Turniere sind immer heiß ersehnt. Wir beginnen damit nach der ersten Pause. Die Schachspiele ziehen sich über den Mittag hinaus bis ca. um 16.30 die Siegerehrung stattfinden kann. Für Speisen und Getränke sorgen engagierte Eltern, liebe Mitschüler und Lehrerinnen, die alles im Blick behalten. 

Die ehemalige Raiffeisenbank Großostheim - jetzt Volksbank Frankfurt  unterstützt uns seit den ersten Turnieren 2010 mit einer Geldspende, mit der wir die Pokale zum großen Teil finanzieren können. 

Beim Nikolausturnier gibt es für die Schulsieger Pokale, für die Klassensieger Pokale und für die besten Mädchen in den Wertungsklassen Auszeichnungen. 

Außerdem gibt es - und das ist für die Kinder GANZ WICHTIG - für jeden Teilnehmer einen Nikolaus. 

 

Im Bachgauboten veröffentlichen wir einen Bericht dazu, mit Fotos und Ergebnissen.

 

 

Sommerturnier im Juli

Im Juli spielen wir unser zweites Schulturnier. Alles bleibt wie oben.

Aber: Die Erstklässler spielen ein normales Schachspiel - allerdings noch ohne Schachuhr. 

Statt einem Nikolaus gibt es für jedes teilnehmende Kind eine Medaille. 

Teilnahme an Meisterschaften 

Wir melden seit Jahrzehnten immer die besten Spieler und Spielerinnen als Mannschaft an bei den Unterfränkischen Meisterschaften. Die sind in der Regel Anfang Februar. Gespielt werden normalerweise 7 Runden mit je 15 Minuten Bedenkzeit pro Spieler. 

Falls wir dort den ersten Platz belegen, das gelang schon oft, fahren wir auch zu den bayerischen Meisterschaften. Die sind normalerweise Mitte März, an einem Samstag. Die Spiele sind ebenfalls mit 15 Minuten Bedenkzeit geplant. 

Wir waren mit unserer Mannschaften auch schon bei den deutschen Meisterschaften. Diese  finden oft im Mai oder Juni  statt, sie sind mehrtägig - gespielt wird an drei Tagen. Die Kinder dürfen länger spielen - je 30 Minuten Bedenkzeit ist erlaubt. 

Ein Erlebnisbericht:
Mai 2018 Deutsche Meisterschaften

Vom 6.- 9. Mai 2018 fanden in Friedrichroda / Thüringen die Deutschen Meisterschaften im Schulschach statt. Wie schon seit mehreren Jahren trafen wir uns dazu in einem richtig großen Hotel, das einen riesigen Turniersaal bietet. Zur Freude der Eltern und Kinder gibt es dort nicht nur ein Hallenbad, sondern auch schöne Freizeitmöglichkeiten draußen. Dorthin waren mit unseren Schülern insgesamt 435 Kinder angereist, die in insgesamt 76 Mannschaften spielten.

EIne Premiere gab es doch: Zum ersten Mal reisten wir mit zwei Mannschaften an: Den Krokodilen und einer reinen Mädchenmannschaft, den Kobras. Beide Mannschaften starteten zunächst schwer ins Turnier und konnten nur wenige Brettpunkte erringen. Ab Runde 3 lief es für die Krokodile besser, denn da war alles vertraut: Die Kobras waren die Gegner und selbstbewusst wurde gesiegt. Nun gelangen ihnen auch Punkte gegen andere Gegner und nach einer herausragenden Endrunde standen sie auf dem tollen 31. Rang. Die Mädchen zeigten sich am zweiten Tag deutlich sicherer am Brett und gewannen ebenfalls am letzten Tag noch wichtige Punkte dazu. So erzielten sie insgesamt 15,5 Brettpunkte. Das brachte ihnen unter allen 11 reinen Mädchenmannschaften den 4. Rang ein. Ein fantastisches Ergebnis, das so alle überraschte!

Mein Dank gilt natürlich zunächst den Mädels und Jungs, die gespielt haben: Sean, Sören, Anna Maria, John und Maximilian spielten mit großem Einsatz und tollen Ideen für die Krokodile. Aliye, Nora, Maria-Bianca, Marina und Marlene bissen sich ebenfalls mit viel Ausdauer und Mut durch 9 lange Runden. Dabei wurden sie immer besser. Eine starke Leistung, Mädels!

Zu meiner großen Freude und vor allem zur Unterstützung als Betreuer der Krokodile reiste Felix Rachor mit, der dem gesamten Team sehr gut tat. Darüber hinaus war es mir eine Freude, dass sich von jedem Kind ein Elternteil Zeit nehmen konnte, mitzufahren. So waren die Kinder natürlich optimal umsorgt, was zum Erfolg einen großen Beitrag leistet. Vielen Dank für die netten Gespräche, den gespendeten Trost, die fantastische Anerkennung und Unterstützung! Auch die oft gemeinsam verbrachte Freizeit war richtig schön, der Spieleabend mit dem Hexenspiel und die kreativen Beiträge beim Team-Nachmittag auf dem Trimm-dich-Pfad sind bestimmt vielen gut in Erinnerung geblieben.